Definition: Wertpapierkennnummer

Die Wertpapierkennnummer dient dem Zweck, ein Wertpapier eindeutig zu identifizieren. Neben Aktien werden auch Optionen, Fonds und Anleihen mit einer Wertpapierkennnummer versehen.

In der börsentäglichen Praxis werden häufig die Abkürzungen WKN und WPKN verwendet. Jede Aktiengesellschaft, die möchte, dass ihre Aktien an einer Börse in Deutschland gehandelt werden, muss als Zulassungsvoraussetzung eine WPKN beantragen. Auch ein Aktionär sollte darauf achten, dass jedes Wertpapier in seinem Aktiendepot mit einer WKN ausgestattet ist.

Die WKN besteht aus sechs Zahlen. Sie wird nur bei Wertpapieren gehandelt, die an einer deutschen Börse notiert sind.

Die Herkunft der Wertpapierkennnummer

Die Wertpapierkennnummer wurde Mitte der 1950er Jahre eingeführt. Damals bestand die WPKN aus zwei Nummerkreisen. Anhand dieser Nummernkreise wusste der Aktionär, um welches Wertpapier es sich handelte. Die Nummerkreise 100000 – 499999 waren für Rentenpapiere reserviert. Ein Aktienfonds war im Nummernkreis 500000 bis 999999 zu finden. Diese Regelung galt bis zum März 2000.

Welche Vergaberegeln gelten für die Wertpapierkennnummer?

Mit den neuen Vergaberegeln wurden im Juli 2003 alphanumerische Wertpapierkennnummern zugelassen. Außer den Großbuchstaben »O« und »I« können seitdem alle Buchstaben verwendet werden. »O« und »I« wurden bewusst ausgenommen, um eine Verwechslung mit »0« und »1« auszuschließen.

Die Weiterentwicklung zu einer Emittenten-WKN sah ab Januar 2004 vor, dass das Wertpapierkennzeichen mit einem Kürzel des Emittenten versehen wird. Für das Kürzel werden in der Regel die ersten zwei bis vier Ziffern des Emittenten verwendet.

Die Wertpapierkennnummer in der Praxis

Ein Emittent kann keinen Einfluss auf die Vergabe der WPKN ausüben. Möchte die Unternehmensleitung einer Aktiengesellschaft seine Wertpapiere an einer deutschen Börse zeichnen, muss sie sich wegen der Vergabe an die Herausgebergemeinschaft Keppler, Lehmann GmbH & Co KG wenden. Dies ist die offizielle Vergabestelle für die Herausgabe von allen Wertpapierkennnummern.

Für die Vergabe der WPKN muss der Emittent Mindestangaben zu dem Unternehmen und den Wertpapieren machen. Unter anderem müssen der vollständige Name des Emittenten und das Land, in dem sich die Geschäftsleitung befindet, angegeben werden. Weitere Angaben betreffen die Wertpapierbezeichnung, den Zinssatz und die Emissionswährung

Beispiele

Für die Wertpapierkennnummern gibt es die folgenden Beispiele:

  • Daimler 71000
  • Bayer AG BAY001
  • Siemens 723610
  • VW 766403
  • BMW 519000

Die Einführung der ISIN

Die ISIN erfüllt den Zweck der internationalen Identifizierung eines Wertpapiers. Sie wurde im April 2003 eingeführt. Für die Vergabe der WPKN ist die gleiche Stelle verantwortlich wie für die Herausgabe einer WKN. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal der ISIN ist der Aufbau. Sie besteht aus einer zwölfstelligen Zahl.

Die ISIN wurde im Januar 2000 eingeführt, um die Finanzmärkte international zu harmonisieren. Die bis dahin geltende WPKN wird aber weiterhin anerkannt. Eine ISIN wird für Aktien, Fonds und andere Wertpapiere vergeben.

Beispiele

  • Deutsche Bank AG ISIN: DE0005140008
  • Allianz AG: ISIN: DE0008404005
  • Varta AG: ISIN: DE000A0TGJ55

Zusammenfassung

  • Mit der Hilfe einer WKN soll ein Wertpapier an einer deutschen Börse eindeutig identifiziert werden.
  • Die Identifizierung gilt für Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere.
  • Hat ein Aktionär mehrere Wertpapiere in seinem Aktiendepot, sollte jede Aktie über eine eigene WKN verfügen.
  • Die Beantragung der WPKN ist für einen Emittenten die Zulassungsvoraussetzung, um an einer deutschen Börse Aktien zu handeln.
  • Die Identifizierung anhand der WPKN wird in Deutschland seit 1955 praktiziert. Am Anfang reichte hierfür eine sechsstellige Zahl.
  • Die Zahl wurde in zwei Nummernkreise eingeteilt. In dem ersten Bereich fanden sich die Rentenpapiere. Mit den Nummern des zweiten Bereichs waren z.B. Aktien versehen.
  • Ab dem Juli 2003 wurden alphanummerische Nummernkombinationen zugelassen. Außer »O« und »I« können alle Großbuchstaben verwendet werden.
  • Eine Weiterentwicklung der WPKN erlaubte das Einfügen eines Emittentenkürzels, wie z.B. BAY für die Aktie von Bayer.
  • Möchte eine Aktiengesellschaft an einer deutschen Börse emittieren, muss sie sich für die Vergabe der WKN an eine offizielle Vergabestelle wenden.
  • Bei Antragstellung müssen bestimmte Mindestangaben gemacht werden. Diese betreffen z.B. den Namen des Emittenten oder die Wertpapierbezeichnung.
  • Um den Finanzmarkt in Deutschland an internationale Finanzmärkte anzugleichen wurde im Januar 2000 die ISIN eingeführt. Die bis dahin benutzte WKN besitzt aber weiter ihre Gültigkeit.
  • Eine ISIN bestand zu Anfang aus zwölf Ziffern. In der Zwischenzeit hat sich aber auch hier die alphanummerische Schreibweise durchgesetzt.