Definition: Aktienfonds

Ein Aktienfonds definiert sich dadurch, dass der Anleger ein Paket aus Aktien zu einem Preis erwirbt. Mit dem Kauf dieses Aktienpakets ist der Anleger an mehreren Aktiengesellschaften gleichzeitig beteiligt. Dem Aktionär ist es überlassen, wie viele Anteile er von einem bestimmten Aktienfonds kauft. Erwirbt er mehrere Anteile, steigt seine Beteiligung an dem Fonds.

Welche und wie viele Wertpapiere ein Fonds enthält, entscheidet ein Fondsmanager. Er ist zuständig für den Kauf und den Verkauf, die in dem Fonds enthalten sind. Dabei unterliegt er Regeln und Beschränkungen, an die er sich halten muss. Diese Vorgaben können nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt werden, die eine bestimmte Branche oder einzelne Länder betreffen. Viele Fonds orientieren sich auch an einem Index. Gilt z.B. für einen Fonds die Auflage, dass darin nur europäischen Aktien enthalten sein dürfen, kann der Fondsmanager keine anderen Aktienanteile in dem Fonds unterbringen. Der Anleger entscheidet darüber, welche Anlageeigenschaften sein Fonds haben soll.

Welche Gebühren und Steuern fallen bei Aktienfonds an?

Jeder Anleger in Fonds muss bei der Kalkulation der Kosten bedenken, dass Gebühren und Steuern anfallen. Diese entstehen nicht nur bei dem Kauf und dem Verkauf von Aktien. Wer Aktienfondsanteile hält, muss auch mit laufenden Gebühren rechnen, die während der gesamten Dauer der Anlage anfallen.

Beim Kauf von Fondsanteilen muss der Ausgabeaufschlag beachtet werden. Maximal beträgt dieser fünf Prozent des Kaufwerts. Es liegt in der Hand des Fondsmanagers, einen Fonds zu günstigeren Konditionen zu bekommen. Es macht daher im Vorfeld durchaus Sinn einen Aktiendepot Vergleich durchzuführen um die für sich günstigsten Konditionen zu finden.

Für den Handel der Fonds fällt eine Ordergebühr an. Diese variiert in der Höhe von Anbieter zu Anbieter. Die Ordergebühr setzt sich aus dem Grundentgelt und einem prozentualen Aufschlag zusammen, die anhand des Volumens der erteilten Kauf- und Verkaufsaufträge bemessen wird.

Die laufenden Gebühren für den Fonds betreffen die Depotgebühren und die Managmentgebühren. Depotgebühren werden von der Bank für die Verwaltung des Depots erhoben. Unterhält der Anleger bei der depotführenden Bank ein Girokonto, könnte er davon profitieren, dass ihm keine Gebühren für das Aktiendepot berechnet werden.

Die Managementgebühr entlohnt das Fondsmanagement für ihre Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Fonds. Die Gebühr beträgt in der Regel zwei Prozents des Kaufwerts des Aktienpakets. Wird ein nicht gängiger Fonds gehandelt, ist auch eine höhere Managementgebühr keine Ausnahme.

Der Verkauf von Aktienanteilen wird mit einer Abgeltungssteuer belegt. Diese beträgt 25% des Veräußerungsgewinns. Der Veräußerungsgewinn ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem Verkaufswert und dem Kaufwert der Aktie. Hinzukommt der Solidaritätszuschlag mit 5,5% der Abgeltungssteuer.

Neben der Abgeltungssteuer ist auch die Entrichtung einer Finanztransaktionssteuer im Gespräch, die europaweit eingeführt werden soll. Es ist geplant, dass die Steuer bei jedem Besitzübergang erhoben wird.

Was ist besser: Aktienfonds oder Einzelaktien?

Die Frage, ob Aktien in einem Fonds oder Einzelaktien die bessere Alternative sind, lässt sich pauschal nicht beantworten. Jeder Aktionär muss sich Klarheit darüber verschaffen, wie sehr er sich mit dem Kauf und Verkauf von Aktien beschäftigen möchte. Investiert er in einem Fonds, werden sämtliche Aktivitäten von dem Fondsmanagement übernommen. Hierdurch wird eine Art Investmentdisziplin gewahrt.

Hat der Investor sein Geld ausschließlich in Einzelaktien angelegt, behält er jederzeit die Kontrolle über die Wertpapiere. Er entscheidet, wann und welche Aktien er kauft und zu welchem Zeitpunkt er diese verkaufen möchte. Dabei muss er aber stets das Risiko eines Verlustes im Blick haben. Im Gegensatz hierzu ist ein Fonds aus Aktienanteilen so aufgebaut, dass das Risiko möglichst breit gestreut wird.

Welche Vor- und Nachteile haben Aktienfonds?

Die Investition in einem Fonds kann dem Anleger durch steigende Aktienkurse hohe Dividenden verschaffen. Diese lassen sich durch einen verhältnismäßig niedrigen Zeitaufwand erzielen.

Die Anlageform ist attraktiv, weil es reicht, monatlich kleine Beträge zu investieren. Hält ein Kleinanleger dies für einen längeren Zeitraum durch, baut sich sein Vermögen nach und nach auf.

Ein Nachteil besteht in dem Risiko, das der Aktionär eingeht. Wer an einem Fonds beteiligt ist, muss mit Kursschwankungen an der Börse rechnen. Die Gefahr eines Verlustes muss dabei ebenso einkalkuliert werden, wie ein möglicher Gewinn. Aus diesem Grund empfiehlt es sich für den Anleger, die Aktienkurse stets im Blick zu haben. Wegen der breiten Risikostreuung bei einem Fonds können mögliche Verluste eventuell mit möglichen Gewinnen verrechnet werden.

Zu den Nachteilen eines Aktienfonds zählen auch die hohen Gebühren, die ein Fondsmanager für die Verwaltung des Fonds erhebt. Neben dem Ausgabeaufschlag fallen weitere Kosten – z.B. Depotgebühren und Ordergebühren – an. Daneben möchte auch der Staat an dem Handel mit Fonds beteiligt werden. Neben der Abgeltungssteuer wird zurzeit über die Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer diskutiert.

Welche anderen Fondsarten gibt es?

Außer Aktienfonds gibt es noch weitere Fonds, in die ein Anleger sein Geld investieren kann:

Rentenfonds

Ein Rentenfonds wird von einem Emittenten angelegt. Die Verwaltung erfolgt durch ein Fondsmanagement. Ein Rentenfonds besteht überwiegend aus Rentenpapieren. Diese bestehen zumeist aus festverzinslichen Wertpapieren. Dabei handelt es sich um kommunale Anleihen, Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen.

Bei einem Rentenfonds besteht die Möglichkeit der Spezialisierung auf eine bestimmte Anleihe. Ebenso können aber auch verschiedene Anleihen in einem Rentenfonds enthalten sein.

Mischfonds

Der Mischfonds ist in mehrere Anlageklassen eingeteilt. Er besteht aus Aktienanteilen, Rentenpapieren, Rohstoffen, Edelmetallen und Immobilien. Der Anleger investiert sein Geld gleichzeitig in mehrere Anlagen. Durch die Kombination von riskanteren Wertpapieren – wie Aktienanteilen – und den sicheren Anlagen, gewährleistet das Fondsmanagement bei einem Mischfonds eine breite Risikostreuung. Dabei ist zu unterscheiden nach konservativen Fonds und nach progressiven Fonds. Konservative Fonds investieren überwiegend in Rentenfonds und Geldmarktanteile. Bei progressiven Fonds liegt das Schwergewicht auf Aktienanteilen und Edelmetallen. Daneben investiert ein Anleger in einen ausgewogenen Mischfonds, der einen Mix aus allen Anlagen enthält.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren hauptsächlich in liquide Wertpapiere, die eine kurze Restlaufzeit haben. Ein Anleger investiert hier z.B. in Termingelder oder Schuldscheindarlehen. Kennzeichnend ist, dass die Laufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt. Kosten entstehen durch den Ausgabeaufschlag, Verwaltungskosten und Depotgebühren.

Indexfonds

Indexfonds orientieren sich an einem Börsenindex. Die Investition erfolgt in Abhängigkeit zu dem Index. In Deutschland ist diese Anlageform erst seit 1998 zulässig.

Immobilienfonds

Möchte ein Anleger nicht nur in ein Haus oder eine Wohnung investieren, kann er sein Geld in einem Immobilienfonds anlegen. Dabei lassen sich geschlossene und offene Immobilienfonds unterscheiden.

Das Portfolio offener Immobilienfonds enthält zum größten Teil Gewerbeimmobilien. Die Objekte sind auf mehrere Länder verteilt.

Anleger in einem geschlossenen Immobilienfonds gelten als Unternehmer einer Gesellschaft, die Immobilien besitzt. Sie sind gleichermaßen am Erfolg und Misserfolg dieser Gesellschaft beteiligt. Ihre Haftung bestimmt sich nach der Rechtsform, in der das Unternehmen geführt wird. Wird die Immobilie z.B. von einer GmbH gehalten, besteht für den Anteilseigner nur eine beschränkte Haftung. Ist das Unternehmen eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kann von ihm unter Umständen eine Nachschusspflicht verlangt werden. Als Kommanditist einer Kommanditgesellschaft erstreckt sich die Haftung des Anlegers auf die Höhe seiner Einlage.

Zusammenfassung

  • Ein Aktienfonds setzt sich aus mehreren Aktien zusammen. Der Aktionär bestimmt selber, wie hoch seine Anteile an dem jeweiligen Fonds sind.
  • Über den Inhalt des Fonds entscheidet ein Fondsmanager. Ihm obliegt die Entscheidung zum Kauf oder Verkauf der Aktien, die der Fonds enthält.
  • Für die Fondsverwaltung sind bestimmte Vorgaben zu beachten. Diese können sich nach einer bestimmten Branche oder an einem Index orientieren. Welche Eigenschaften sein Fonds hat, entscheidet der Anleger selbst.
  • Neben dem Ausgabeaufschlag beim Kauf eines Fonds muss der Anleger auch eine Ordergebühr entrichten. Laufende Kosten sind Depot- und Managementgebühren.
  • Steuern fallen bei dem Besitz eines Aktiendepots momentan nur an, wenn die Aktien verkauft werden. Der Staat erhebt 25% des Veräußerungsgewinns. Daneben ist die Einführung einer Finanztransaktionssteuer im Gespräch, die bei dem Besitzübergang einer Aktie anfällt.
  • Ein Investor in Einzelaktien profitiert davon, dass er die volle Kontrolle über seine Aktien behält. Möchte er hierbei dem Risiko eines Verlustes aus dem Weg gehen, muss er sich über die Aktivitäten an der Börse ständig auf dem Laufenden halten.
  • Bei einem Aktienfonds besteht der Auftrag, dass Risiko möglichst weit zu streuen.
  • Der Vorteil von Wertpapieren, die in einem Fonds gehalten werden, besteht in der Chance, hohe Renditen für die Investition zu erhalten. Gleichzeitig darf aber nicht das Risiko eines Verlustes außer Acht gelassen werden.
  • Ein Nachteil besteht in den Gebühren, die mit der Investition in einem Fonds verbunden sind.
  • Der Anleger hat die Möglichkeit, auch in andere Fonds zu investieren. Zur Wahl stehen Rentenfonds, Mischfonds, Geldmarktfonds, Indexfonds oder Immobilienfonds.