Definition: Dividendenrendite

Eine Aktiengesellschaft gibt Aktien aus, um die Finanzkraft zu stärken. Mit einem steigenden Börsenkurs steigt das Kapital der AG. Auch der Aktionär profitiert, je höher der Wert der Aktie ausfällt. Verkauft er die Wertpapiere mit einem höheren Kurs als den Einkaufspreis kann er einen Gewinn verzeichnen. Der Aktionär kann aber noch einen weiteren Vorteil für sich verbuchen. Hält er Aktien und oder ETF Aktien in seinem Depot, beteiligt die ausgebende Aktiengesellschaft ihn am Gewinn des Unternehmens. Für seine Investition erhält der Aktionär eine Dividende. Die Auszahlung der Dividende ist betragsmäßig nicht festgelegt. Die AG orientiert sich bei der Ausschüttung an dem erwirtschafteten Gewinn und an dem aktuellen Börsenkurs. Über die Höhe der Dividende entscheidet letztendlich die Hauptversammlung und damit auch über erzielte Dividendenrendite für den Aktionär.

Möchte der Aktionär seine Dividendenrendite wissen, wie hoch die Rendite seiner Dividende ist, muss er den ausgeschütteten Dividendenbetrag ins Verhältnis zu dem Wert des aktuellen Börsenkurses setzen. Die Rendite wird in Prozent angegeben. Der Besitzer des Firmenanteils wird darüber informiert, welche Zinsen ihm seine Aktien gebracht haben. Diese Angabe dient ihm zur Ermittlung des Gewinns, den er mit seiner Investition in das Unternehmen erzielt hat.

Die Dividendenrendite ist darüber hinaus ein gutes Instrument für Anleger, um eine geeignete Auswahl von Aktien zu treffen. Der Interessent wirft zunächst einen Blick auf das Unternehmen und dann auf die Rendite der Auszahlung. Stellt sich beides als solide heraus, kann er auf eine Geldanlage hoffen, die seine Investition lohnt.

Wie lassen sich Dividendenrenditen interpretieren?

Die Dividendenrendite ist eine Kennzahl, die die Effektivverzinsung des Kapitals ausdrückt, das der Aktionär in ein Unternehmen investiert hat. Für den Aktionär bildet sie deshalb einen Gradmesser, um sein Geld in die Firma zu investieren.

Bei der Analyse der Kennzahl muss allerdings bedacht werden, dass sie nur von zwei Faktoren abhängig ist. Damit ist die Aussage der Rendite für eine Dividende begrenzt.

Eine hohe Rendite ist daraufhin zu prüfen, wie die Höhe der Kennzahl zustande gekommen ist. Anlass hierfür könnte z.B. sein, dass der Aktienkurs auf einem niedrigen Niveau liegt. Dies könnte den Schluss zulassen, dass die Aktie unterbewertet ist. Ein anderer Grund für eine hohe Rendite der Dividende könnte sein, dass die Aktiengesellschaft in eine wirtschaftliche Schieflage geraten ist. Dies könnte zur Folge haben, dass der Aktienkurs des Unternehmens stark sinkt. Da die Höhe der Rendite von diesem Kurs abhängig ist, steigt diese an. Das Ergebnis könnte ein Beschluss der Hauptversammlung sein, zukünftig keine Dividenden mehr an die Anteilseigner auszuschütten. Dadurch würden dem Aktionär Gewinnanteile entgehen.

Liegt die Rendite einer Dividendenauszahlung auf einem niedrigen Niveau, kann die Aktie überbewertet sein. Eine niedrige Rendite kann aber auch zeigen, dass die Anteilseigner in der Zukunft von besseren Jahresergebnissen ausgehen und die Rendite dann wieder steigen wird.

Für seine Geldanlage sollte der Anleger sich deshalb nicht allein an hohen und niedrigen Dividendenrenditen orientieren. Nach eingehender Interpretation der Kennzahlen ist es für ihn geboten, weitere Informationen über das Unternehmen einzuholen, in das er sein Geld investieren möchte.

Die Berechnung einer Dividendenrendite

Die Berechnung der Dividendenrendite basiert auf dem Zusammenhang zwischen der Dividende und dem Aktienkurs. Der Rechner sieht vor, dass die Dividende ins Verhältnis zum Aktienkurs gesetzt wird. Die Dividende jeder Aktie wird mit 100 multipliziert und durch den aktuellen Aktienkurs dividiert.

Beispiel 1

Nach dem Abschluss des Geschäftsjahres beschließt die Y-AG eine Dividendenauszahlung. Jeder Aktionär soll auf seine Aktien fünf Euro pro Aktie erhalten. Der aktuelle Börsenkurs der Y-AG wird mit 99 Euro notiert. Anteilseigner A hat in seinem Depot 200 Aktien der Y-AG. Wie hoch ist die Rendite der Dividende?

Die Rendite der Dividende lässt sich wie folgt berechnen:

(5 x 100) / 99 = 5,05%

Der Anteilseigner A erhält pro Aktie eine Rendite der Dividende, die 5,05% beträgt.

Beispiel 2

Die Hauptversammlung der Z-AG hat den folgenden Beschluss gefasst:

Die Dividende wird mit einem Betrag von 7 Euro je Aktie ausgeschüttet. Der aktuelle Börsenwert der Z-AG beträgt 112 Euro. Wie hoch ist die Rendite?

Die Berechnung der Dividendenrendite lautet wie folgt:

(7 x 100) / 112 = 6,25%

Die Dividende der Z-AG bringt eine Rendite von 6,25%.

Was bringt dem Aktionär die Auszahlung einer Bardividende?

Um eine Bardividende handelt es sich, wenn dem Aktionär die Dividende ausgeschüttet wird, nachdem von dem Auszahlungsbetrag die Körperschaftsteuer abgezogen worden ist. Weil die Dividende nach Steuern ausbezahlt wird, ist statt Bardividende auch die Bezeichnung Nettodividende üblich.

Beispiel

Die X-AG beschließt auf der Hauptversammlung eine Dividendenausschüttung von 10 Euro je Aktie. Erfolgt die Auszahlung bevor die Dividende um die Körperschaftsteuer gemindert wurde, handelt es sich um eine Bruttodividende. Nimmt die AG vor der Auszahlung den Abzug der Körperschaftsteuer vor, handelt es sich bei der Auszahlung um eine Bar- oder Nettodividende.

Der Körperschaftsteuersatz beträgt laut dem Körperschaftsteuergesetz 15%. Wird die Steuer von der Dividende in Abzug gebracht, ergibt sich eine Nettodividende von 8,50 Euro.

Um die Bardividendenrendite zu erhalten, wird der Auszahlungsbetrag mit 100 multipliziert und durch den aktuellen Aktienkurs dividiert.

Die Besteuerung einer Dividende

Der Dividendenauszahlungsbetrag stellt noch nicht den Gewinn des Aktionärs dar. Eine Dividendenauszahlung ist steuerpflichtig. Steuerrechtlich zählt die Dividende zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Diese Einkünfte unterliegen der seit 2009 eingeführten Abgeltungssteuer. Die Abgeltungssteuer hat damals die Kapitalertragsteuer abgelöst.

Bei der Kapitalertragsteuer wurden die jeweiligen Steuersätze individuell festgesetzt. Die Abgeltungssteuer sieht dagegen eine Pauschalversteuerung der Einkünfte vor. In den Deutschland beträgt die Abgeltungssteuer 25%. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag, der mit 5,5% auf die Abgeltungssteuer erhoben wird. Gehört der Aktionär einer Kirche an, so wird auf die Auszahlung der Dividende auch die Kirchensteuer fällig.

Steuermindernd wirkt sich der Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro aus. Dieser mindert den Steuerbetrag. Werden Ehegatten gemeinsam von ihrem Finanzamt zur Einkommensteuer veranlagt, verdoppelt sich dieser Freibetrag auf 1.602 Euro.

Mit dem Sparerfreibetrag sind alle Aufwendungen des Aktionärs abgegolten, die er im Zusammenhang mit seinen Aktien hatte. Kosten sind z.B. die Gebühren der Bank für die Verwaltung des Depots.

Für die Inanspruchnahme des Sparerfreibetrags muss der Aktionär seiner Bank eine Freistellungsauftrag erteilen. Wird der Sparerfreibetrag voll ausgeschöpft, mindert sich der Steuerbetrag im Fall der Einzelveranlagung um 801 Euro und bei einer Zusammenveranlagung um 1.602 Euro.

Um die Abführung der Steuer auf die Dividende braucht der Aktionär sich nicht zu kümmern. Das auszahlende Kreditinstitut ist dafür verantwortlich, die Steuer und den Solidaritätszuschlag einzubehalten.

Beispiel

Der Aktionär A erhält von seiner Aktiengesellschaft eine Bardividende von 2.300 Euro ausbezahlt. Bei dem Kreditinstitut, das die Auszahlung vornimmt, hat der Aktionär einen Freistellungsauftrag eingereicht.

Die Berechnung der Steuer sieht wie folgt aus:

Dividendenauszahlung: 2.300 Euro
– Sparerfreibetrag: – 801 Euro
= stpfl. Betrag: 1.499 Euro

Steuer 25%: 374,75 Euro
SolZ 5,5%: 20,61 Euro

Zusammenfassung

  • Für das Geld, das ein Aktionär in Aktien oder andere Wertpapiere investiert, erhält er eine Dividende.
  • Die Dividendenrendite gibt dem Aktionär Auskunft darüber, wie seine Investition verzinst wurde.
  • Die Interpretation der Rendite einer Dividende ist nicht aussagekräftig genug. Eine hohe Rendite garantiert nicht dauerhaft einen hohen Gewinn. Eine niedrige Rendite muss nicht immer der Indikator für ein Unternehmen sein, dass wirtschaftliche Probleme hat.
  • Möchte ein Investor sein Geld in Aktien anlegen, sollte er sich weitere Informationen über das jeweilige Unternehmen beschaffen.
  • Zur Berechnung der Rendite für eine Dividende wird der Auszahlungsbetrag mit 100 multipliziert und durch den aktuellen Börsenkurs dividiert.
  • Eine Aktiengesellschaft kann eine Bruttodividende oder eine Nettodividende ausschütten. Die Nettodividende wird auch als Bardividende bezeichnet.
  • Der Unterschied zur Bruttodividende besteht darin, dass eine Nettodividende um die 15%-ige Körperschaftsteuer gemindert wurde.
  • Der Betrag, der dem Aktionär ausgezahlt wird, stellt noch nicht seinen endgültigen Gewinn dar. Die Dividende ist eine steuerpflichtige Einnahme.
  • Die Besteuerung der Dividende ist mit der Erhebung der Abgeltungssteuer abgeschlossen.
  • Um die Steuer auf die Dividende zu mindern, kann der Aktionär einen Sparerfreibetrag geltend machen. Hierfür muss er der auszahlenden Bank einen Freistellungsauftrag erteilen.
  • Der Sparerfreibetrag liegt bei 801 Euro. Werden Ehegatten gemeinsam von ihrem Finanzamt veranlagt, verdoppelt sich der Betrag auf 1.602 Euro.
  • Die Abführung der Steuer wird von der Bank veranlasst.