Wer in den Kapitalmarkt investieren will, muss bestimmte Gebühren akzeptieren und bezahlen. Wer beispielsweise für 1.000 Euro in einen Fond investieren will, erhält üblicherweise im Gegenzug keine Fondsanteile für 1.000 Euro. Ein Teil des Investments wird abgezogen, bei dieser Summe wird vom sogenannte Ausgabeaufschlag gesprochen.

Der Ausgabefonds ist also eine Gebühr, die bei der Ausgabe von Fonds anfällt und durch den Finanzdienstleister erhoben wird. Die Kosten für einen solchen Aufschlag auf die Ausgabe werden in der Regel direkt vom Investment abgezogen, sodass der Käufer diese Summe nicht zusätzlich zahlen muss, sondern weniger Anteile an dem Fond erhält. Dieser Aufschlag dient der Deckung von Beratungs- und Vertriebsdienstleistungen des Finanzdienstleisters.

Die Berechnung des Aufschlages geschieht anhand folgender Formel: (Ausgabepreis * 100 / Rücknahmepreis) – 100 = Aufschlag auf die Ausgabe.

Solch ein Aufschlag wird auf den Rücknahmepreis eines Fonds hinzugerechnet. Es wird hier zwischen Ausgabepreis, also dem Gesamtwert des erworbenen Investments inkl. dem Aufschlag und dem Rücknahmepreis, also dem Gesamtwert des erworbenen Investments ohne den entsprechenden Aufschlag unterschieden.

Wer bekommt den Ausgabeaufschlag?

Die Höhe des Ausgabeaufschlages ist eine geschäftspolitische Entscheidung des jeweiligen Anbieters des Fonds. Die Höhe variiert je nach Fondsart, siehe unten. Die Einnahmen aus dem Ausgabeaufschlag, auch Agio genannt, bleiben nur zu einem geringen Anteil bei der Investmentgesellschaft. Einen deutlichen größeren Anteil erhalten die Vertriebspartner als Provision dafür, Kaufanreize für den Fonds geschaffen zu haben. In der Regel sind die Vertriebspartner Banken, Finanzvertriebe oder selbstständige Finanzvermittler.

Was bedeutet der Agio für den Wertpapier/Fondkäufer?

Aus der Sicht eines Anlegers ist der Ausgabeaufschlag ein einmaliger Kostenfaktor beim Erwerb von Anteilen an Fonds. Er hat insofern Bedeutung für den Anleger, dass er die Rendite der Anlage beeinflusst. Je kürzer die Laufzeit der Anlage ist, desto größer ist die Beeinflussung durch den Ausgabeaufschlag. Bei längerfristigen Investitionen relativiert sich der Einfluss des Ausgabeaufschlags auf die Rendite, verschwindet allerdings nie vollständig.

Als Beispiel dient ein Fond, der mit einem Investment von 10.000 Euro erworben werden soll. Die jährliche Wertentwicklung liegt bei sechs Prozent, der einmalige Agio bei 5,26 Prozent, also 500 Euro. Nach einem Jahr würde der Wert des investierten Vermögens 10.070 Euro (9.500 Euro * 1,06) betragen. Die Rendite, bezogen auf das Investment von 10.000 Euro folglich bei lediglich 0,7 Prozent.

Wird der Fonds nun fünf Jahre gehalten, steigt die Rendite auf 4,92 Prozent, bei einer Haltezeit von 10 Jahren sogar auf 5,46 Prozent.

Wann wird der Ausgabeaufschlag fällig?

Solch ein Aufschlag wird einmalig mit dem Erwerb von Fondsanteilen fällig. Er wird in der Regel direkt vom Finanzdienstleister von der Investmentsumme abgezogen und einbehalten. Eine zusätzliche Begleichung der Rechnung ist nicht erforderlich.

Wie berechnet man das Agio?

Die Höhe des Aufschlages variiert typischerweise zwischen null und sieben Prozent, er liegt in der Regel bei drei Prozent für Rentenfonds und bei fünf Prozent für Aktienfonds. Der Agio wird immer in Prozent angegeben, da der Wert der Fonds variiert und somit auch die Kosten für die Anteile. Aufgrund der festgelegten Prozentsätze und der schwankenden Kurse können keine konkreten Eurobeträge genannt werden.

Nettomethode

Berechnet wird der Agio in der Regel nach der Nettomethode. Die Kapitalgesellschaften gehen dabei davon aus, dass die Investitionssumme des Anlegers bereits den Agio enthält.

Beispiel: Ein Anleger kauft Anteile an einem Fonds in Höhe von 10.000 Euro, bei einem Agio von 5 Prozent erhält er Fondsanteile im Wert von 9.523,81 Euro. Der Agio beträgt also 476,19 Euro.

Bruttomethode

Eine weitere Berechnungsart ist die sogenannte Bruttomethode. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Investitionssumme auch tatsächlich den zu erwerbenden Anteilen am Fonds entspricht. Der Aufschlag der Ausgabewird in diesem Fall der Investitionssumme hinzugerechnet.

Beispiel: Auch in diesem Fall kauft ein Anleger Fondsanteile in Höhe von 10.000 Euro. Bei einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent zahlt der Anleger in diesem Fall 500 Euro Ausgabeaufschlag, insgesamt somit 10.500 Euro.

Anhand dieser Beispiele wird deutlich, dass die Nettomethode für den Anleger die günstigere Variante darstellt. Diese Variante ist auch diejenige Variante, die bei den meisten Fondsgesellschaften genutzt wird. Wird eine abweichende Berechnung angewandt, ist dies meist im Vorhinein ersichtlich.

Rücknahmeabschlag

Neben einem Aufschlag bei Abgabe wird in einigen Fällen auch ein Rücknahmeabschlag festgelegt. Ein solcher Abschlag wird bei Rücknahme des Fonds berechnet und ist somit eine Art umgekehrte Aufschlag auf die Abgabe. Ist ein solcher Abschlag vereinbart worden, wird die Rückzahlung eines Fonds nicht zu 100 Prozent, sondern beispielsweise lediglich zu 98 Prozent erfolgen.

Der Agio ist damit eine Gebühr, die Investoren, die Anteile von Fonds erhalten möchten, zahlen wollen. In der Regel wird das entsprechende Investment um die Höhe des Aufschlages reduziert. Aufgrund der schwankenden Kurse und der festgelegten Prozentsätze des Aufschlages ist eine konkrete Euroangabe des Aufschlages nicht möglich. Die Höhe des Aufschlages wird vom dem Anbieter festgelegt und variiert je nach Art des Fonds. Immobilienfonds setzen meist einen Aufschlag von bis zu sechs Prozent fest, Rentenfonds beginnen meist bei zwei Prozent.

Kurze Zusammenfassung Ausgabeaufschlag/Agio

  • Vom Käufer zu zahlen
  • Kosten für den Vertrieb der Produkte
  • Fällig zum Zeitpunkt des Erwerbs der Fondanteile
  • Unterscheidung zwischen Nettomethode und Bruttomethode
  • In der Regel zwischen null und sieben Prozent, abhängig von der Art des Fonds.
  • Beeinflusst die Rendite bei kurzfristigen Anlagen stark, bei langfristigen Anlagen weniger stark