Im Finanzdienstleistungsbereich gibt es eine Vielzahl verschiedener Geldanlagemöglichkeiten. Eine Anlagemöglichkeit ist das Festgeld, welches auch als Termingeld bezeichnet wird.

Definition: Was ist Festgeld?

Als Festgeld wird eine Form der Geldanlage bezeichnet, bei der das Kapital für einen festgelegten Zeitraum zu einem vereinbarten Zinssatz angelegt wird. Am Ende der Laufzeit erhalten Anleger ihr Kapital zurück. Vor dem Ende der Anlagedauer kann über das Geld jedoch in der Regel nicht verfügt werden. Festgelder haben verschiedene Laufzeiten. Auch der Zinssatz der Festgelder mit verschiedenen Laufzeiten variiert.

Worin liegt der Unterschied zwischen dem Festgeld und dem Tagesgeldkonto?

Beim Tagesgeldkonto handelt es sich um eine Form der Geldanlage, bei der das Geld täglich fällig ist. Anleger können das Tagesgeldkonto also nutzen, um kurzfristig Geld zu parken. Sie erhalten jedoch nur einen sehr niedrigen Zinssatz. Der wesentliche Unterschied zwischen dem Festgeld und dem Tagesgeld besteht darin, dass das Kapital auf einem Festgeldkonto mindestens 30 Tage lang fest angelegt wird. Während der Laufzeit kann der Kontoinhaber nicht über sein Kapital verfügen.

Welche Laufzeiten werden beim Festgeldkonto angeboten?

Festgeldkonten werden mit nahezu jeder Laufzeit angeboten. Die Mindestlaufzeit beträgt, wie bereits geschrieben, 30 Tage. Kunden können bei den meisten Banken zwischen einer Laufzeit von 30 Tagen und 6 Jahren wählen. Theoretisch ist aber auch eine noch längere Laufzeit möglich. Banken stellen in der Regel für alle Laufzeiten in ihrem Konditionstableau die Zinssätze dar. Ein Kunde kann mit seiner Bank jedoch auch davon abweichende Laufzeiten bzw. Konditionen vereinbaren.

Wonach richtet sich die Höhe des Zinssatzes bei einem Festgeldkonto?

Die Höhe des Zinssatzes richtet sich bei einem Festgeldkonto in erster Linie nach dem Zinssatz am Geld- und Kapitalmarkt. Der sogenannte Leitzins der Europäischen Zentralbank gibt dabei den Zinssatz vor. Ein weiterer Faktor, der einen wesentlichen Einfluss auf die Verzinsung bei Festgeldern hat, ist die Laufzeit. Mit zunehmender Laufzeit steigt auch der Zinssatz des Festgeldkontos.

Der Grund für diese Tatsache liegt darin, dass Banken länger mit dem Geld arbeiten können, wenn der Kunde ein Festgeld mit einer langen Laufzeit wählt. Ein Kreditinstitut vergibt das angelegte Geld des Kunden nämlich als Kredit an einen anderen Kunden. Festgelder mit einer kurzen Laufzeit von beispielsweise 30 Tagen können dagegen nicht als Kredit mit einer Laufzeit von 6 Jahren an einen Kreditnehmer weitergegeben werden.

Der dritte Aspekt, der Einfluss auf die Höhe des Zinssatzes hat, ist der Anlagebetrag. Banken vergeben höhere Zinssätze, wenn der Anlagebetrag des Geldes steigt. Für ein Festgeld in Höhe von 10.000,00 EUR mit einer Laufzeit von zwei Jahren erhält ein Kunde, im Vergleich zu einem Festgeld in Höhe von 50.000,00 EUR mit gleicher Laufzeit, einen niedrigeren Zinssatz.

Außerdem sollten Kunden beachten, dass sich die Festgeldkonditionen der Banken untereinander teilweise sehr deutlich voneinander unterscheiden. Daher ist es sinnvoll, die Konditionen verschiedener Banken genau miteinander zu vergleichen. Nicht selten liegen die Unterschiede hinsichtlich des Zinssatzes bei 0,50 % oder mehr.

Kapital als Festgeld anlegen – wie sicher ist die Festgeldanlage?

Bei der Festgeldanlage handelt es sich um eine sehr sichere Geldanlageform. Sie wird von Banken angeboten und unterliegt keinerlei Kursrisiken. Am Ende der Laufzeit erhalten Anleger ihr Geld somit in jedem Fall zurück. Außerdem unterliegt das Festgeld bis zu einem Betrag von 100.000,00 EUR der Einlagensicherung.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Festgeldkonto?

Das Festgeld hat einige Vorteile gegenüber anderen Geldanlageformen. So bekommen Anleger bei einer Festgeldanlage, im Vergleich zum Sparbuch, eine höhere Verzinsung. Außerdem ist die Festgeldanlage flexibel, da Anleger die Laufzeit selbst wählen können. Letztlich muss das Festgeld zum Ende der Laufzeit nicht gekündigt werden. Wenn Verbraucher mit ihrer Bank vereinbaren, dass sich das Festgeld am Ende der Laufzeit um die gleiche Laufzeit verlängert, müssen sich Kunden sogar niemals um ihre Anlage kümmern und profitieren von regelmäßigen Zinsausschüttungen.

Die Festgeldanlage hat jedoch auch einige Nachteile. Zu den größten Nachteilen zählt, dass Kunden während der Laufzeit nicht über das Geld verfügen können. Wurde das Geld beispielsweise drei Jahre angelegt und wird nach einem Jahr benötigt, so besteht kaum eine Möglichkeit, an das Kapital zu kommen. Nur mit Zustimmung der Bank und gegen Zahlung einer Gebühr bzw. dem Verlust der Zinsen können Kunden das Kapital entnehmen. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Zinssatz während der Anlagedauer nicht geändert werden kann. Steigt der Zinssatz am Geld- und Kapitalmarkt, so profitieren Anleger davon nicht. Das kann jedoch bei sinkenden Zinsen auch ein Vorteil sein.

Für wen lohnt sich ein Festgeldkonto?

Das Festgeld lohnt sich vor allem für sehr konservative Anleger, die ihr Geld sicher anlegen möchten. Außerdem ist es für Menschen geeignet, die sich mit den Zinsen auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto nicht zufrieden geben. Zusätzlich können diejenigen Verbraucher ein Festgeldkonto abschließen, die dazu neigen, Geld auszugeben, wenn sie darüber jederzeit verfügen können.

Welche Alternativen zum Festgeld gibt es?

Die Alternativen zum Festgeld sind sehr überschaubar. Als eine der bekanntesten Alternativen kann die Staatsanleihe genannt werden. Bei der Staatsanleihe erhalten Anleger ebenfalls einen höheren Zinssatz, wenn sie das Geld sehr lange anlegen. Allerdings gibt es Staatsanleihen von Ländern, die eine sehr schlechte Bonität haben. Hier besteht das Risiko, dass das Geld nicht zurückgezahlt wird. Eine Staatsanleihe aus Deutschland gilt jedoch als sehr sicher. Die Staatsanleihe kann, im Vergleich zum Festgeld, sogar vor dem Ende der Laufzeit an der Börse veräußert werden, sodass Anleger über das Kapital verfügen können.

Wann erfolgt beim Festgeld die Zinszahlung?

Die Zinszahlung erfolgt beim Festgeld häufig am Ende der Laufzeit. Bei kurzfristigen Festgeldern, die über einen Zeitraum von 30 Tagen oder einem halben Jahr angelegt werden, bekommen Anleger die Zinsen nach Ablauf der Anlage auf ihr Konto gutgeschrieben. Läuft ein Festgeld ein Jahr oder länger, so werden die Zinsen häufig einmal pro Jahr ausgeschüttet.

Welche Banken bieten Festgeldkonten an?

In der Regel bieten alle Kreditinstitute in Deutschland Festgeldanlagen an. Auch von ausländischen Banken werden in Deutschland Festgelder angeboten. Kunden sollten in jedem Fall darauf achten, ob das Geld durch die Einlagensicherung geschützt ist, wenn sie Geld auf einem Festgeldkonto bei einer ausländischen Bank anlegen.

Manche Banken bieten speziell für Neukunden einen höheren Zinssatz bzw. Bonus an. Wenn ein Neukunde also ein Festgeld bei einer Bank abschließt, bei der er bisher noch kein Kunde war, erhält er für einen bestimmten Zeitraum einen erhöhten Zinssatz, der ausschließlich Neukunden gewährt wird. Anschließend sind die Konditionen jedoch wieder niedriger. Daher ist es ratsam, die Konditionen auf dem eigenen Festgeldkonto regelmäßig zu prüfen.

Festgeld-Vergleich – Festgeldkonten im Überblick

Anlagebetrag
Euro
Anlagedauer
Einlagensicherung
 
Einlagen-
sicherung
Ertrag
Rendite
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 12.08.2020. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2017 financeAds.net
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Zusammenfassung

  • Beim Festgeld handelt es sich um eine Geldanlageform, bei der das Kapital des Anlegers für eine festgelegte Dauer angelegt wird
  • Das Kapital des Kunden muss mindestens 30 Tage lang angelegt werden
  • Die Zinsen sind abhängig von der Laufzeit des Festgeldes, der Höhe des Anlagebetrages und dem Zinssatz am Geld- und Kapitalmarkt
  • Festgelder haben verschiedene Vor- und Nachteile, auf die Anleger achten sollten
  • Als Alternative zum Festgeld bietet sich eine Staats- oder Unternehmensanleihe aus Deutschland an