Oligopol
Das Oligopol ist eine Marktform der Mikroökonomie, bei der viele Nachfrager wenigen Anbietern gegenüberstehen.

Video: Marktformen (Monopol, Oligopol, Polypol)

Charakteristik

Das Oligopol steht zwischen den Marktformen des Monopols und des Polypols. Gekennzeichnet ist es vor allem durch die Anzahl und Größe der Anbieter und Nachfrager. Charakteristisch für das Oligopol ist, dass wenige Anbieter den Großteil der Marktmacht in ihren Händen halten. Dabei gibt es zwei Arten des Oligopols, das Angebotsoligopol und das Nachfrageoligopol.

Unterschied zwischen Angebots- und Nachfrageoligopol

Unterschieden werden muss zwischen Angebots- und Nachfrageoligopol. Die oben genannte Definition bezeichnet das Angebotsoligopol. Von einem Nachfrageoligopol spricht man hingegen dann, wenn es nur eine geringe Anzahl an Nachfragern in einer Branche gibt.

Oligopolistisches Verhalten

Jede Branche im Wettbewerb hält einen hohen Anteil am Markt. Dies hat zur Folge, dass gezielte Maßnahmen hinsichtlich der Preispolitik oder neue Modelle eines jeweiligen Produktes, eine Gegenmaßnahme seitens der Konkurrenz nach sich zieht. Dies führt zu einem intensiven Wettbewerb (teilweise sogar zum Verdrängungswettbewerb) und einen Preiskampf um die Marktanteile. In der Praxis bedeutet das, dass eine Art von Gleichschritt des Marktes stattfindet. Sobald ein Oligopolist die Preise der Güter senkt oder erhöht, zieht die Konkurrenz in aller Regel nach (sog. Preisführerschaft).

Probleme dieser Verhaltensweise

Problematisch in diesem Zusammenhang ist, dass Oligopolisten untereinander Absprachen treffen können, indem sie ihr Verhalten am Markt abstimmen und z.B. durch Preisabsprachen einen Verdrängungswettbewerb verhindern. Diese Absprachen verstoßen allerdings gegen das gesetzlich festgelegte Kartellverbot hinsichtlich Wettbewerbsbeschränkungen.

Beispiele für Oligopole

Wie oben erläutert, zeichnen sich Oligopolisten dadurch aus, einen wesentlichen Anteil des Marktvolumens zu beherrschen. Diese Marktformen gibt es an verschiedenen Stellen in Deutschland:

  • Strommarkt: Der Strommarkt besteht im Grunde genommen aus vier Großkonzernen, die knapp 80 % des Erzeugermarktes innehaben
  • Mineralölwirtschaft: in dieser Branche gibt es fünf große Konzerne, die von der Produktion bis zum Vertrieb von Kraftstoffen den Markt beherrschen
  • Mobilfunkmarkt: der Mobilfunkmarkt besteht aus vier öffentlichen Netzbetreibern – diesen stehen gleichzeitig Millionen von Mobilfunknetzen gegenüber
  • weitere Beispiele: weitere Beispiele für Oligopolisten in Deutschland findet man in der Computer-, Automobil,- oder Flugzeugindustrie

Das Wichtigste auf einem Blick

  • viele Nachfrager bei wenig Anbietern
  • einzelne Marktteilnehmer verfügen über großen Marktanteil
  • Unterschied zwischen Angebots- und Nachfrageoligopol
  • Preispolitik führt zu intensivem Wettbewerb
  • Preisabsprachen verstoßen gegen gesetzlich geregelte Verbote

Kommentare

  1. Sarah Schulze

    Hallo 🙂
    Ich habe einen Hinweis für Ihre Webseite. Im Wirtschaftsunterricht haben wir gelernt, dass bei dem Angebotsoligopol wenige Anbietern vielen Nachfragern gegenüberstehen. Bei Wikipedia ist dies genauso beschrieben.
    Deshalb vermute ich, dass bei die Darstellung beider Oligopole auf dieser Website nicht korrekt ist. Die Teilüberschirften müssten vertauscht werden.

  2. Markus Böhlen

    Hallöle,

    habt ihr nicht die Zeichnung zum Angebotsoligopol verwechselt mit dem Nachfrageoligopol. Ist es nicht genau anders rum.

    LG M. Böhlen

  3. M. Böhlen

    Angebotsoligopol: Definition + Merkmale

    Das Angebotsoligopol zeichnet sich dadurch aus, dass es viele Nachfrager auf der einen und wenige Anbieter auf der anderen Seite gibt. Theoretisch ist das für die wenigen Anbieter eine sehr vorteilhafte Position, weil es einfach wenig Konkurrenten gibt, die das Geschäft beeinflussen können. Der Preiskampf hält sich deshalb meistens in Grenzen, wenn es nicht sogar Absprachen gibt (was offiziell natürlich verboten ist).