Mit dem Begriff Homo Oeconomicus („Wirtschaftsmensch„) bezeichnen Wirtschaftswissenschaftler einen wirtschaftlichen Akteur, dessen Handeln zweckrational auf die Nutzenmaximierung ausgerichtet ist und dem sogenannten Rationalitätsprinzip folgt. Dabei wird unterstellt, dass der Homo Oeconomicus stets so entscheidet, das der größte Nutzen entsteht. Die Annahme zweckrationalen Handelns bildet die Grundlage für viele Wirtschaftsmodelle.
Homo Oeconomicus

Vollständige Information

Die Annahme, dass der Homo Oeconomicus stets rational entscheidet, ist eng mit der Annahme verbunden, dass der Homo Oeconomicus über völlige Informationen verfügt. Insbesondere setzen rationale Entscheidungen ein transparenten Markt und den vollständigen Überblick über Angebot und Nachfrage, Mengen, Preise und Produktionskosten voraus. Auf Grundlage der vollständigen Information entscheidet sich der Homo Oeconomicus beispielsweise für den Einkauf zu den günstigen Preisen oder bringt seine Produkte genau zu dem Preis auf dem Markt, der zum größten Gewinn führt.

Modell und Wirklichkeit

Homo Oeconomicus ist eine sinnvolles Annahme, auf der viele Wirtschaftsmodelle basieren. So ist die Annahme, dass die Nachfrage bei steigenden Preisen abnimmt, vor allem rational begründet, da durch den Kauf bei niedrigen Preisen der Nutzen maximiert wird.

In der Realität sind es jedoch vor allem zwei Faktoren, die eine rationale Entscheidung erschweren oder sogar unmöglich machen. Zum einem liegen keine vollständigen Informationen über Märkte, Preise und Produkte vor. Somit entstehen Unsicherheiten, die es unmöglich machen, jede Entscheidung rational zu begründen.

Zum anderen können Gefühle, Geschmäcker und besondere Vorlieben der rein rationalen Entscheidung entgegen stehen. Besonders bei Mode und Lifestyle-Produkten spielen Marken und Design oft eine sehr große Rolle. Die Kaufentscheidung ist dabei von weichen Faktoren abhängig und kann nur bedingt rational begründet werden.

Das Wichtigste auf einem Blick

  • Als Homo Oeconomicus bezeichnen Wirtschaftswissenschaftler einen Wirtschaftsakteur der ausschließlich rational entscheidet.
  • Ziel des Homo Oeconomicus ist der Nutzenmaximierung.
  • Die Annahme rationalen Verhaltens liegt vielen Wirtschaftsmodellen zugrunde.
  • Gefühle, besondere Vorlieben und Moden sowie unvollständige Informationen über den Markt stehen einer rationalen Entscheidung entgegen.