Hinter einer Spardosen GmbH steckt keine eigenständige Rechtsform, sondern eine GmbH, die zum Großteil eigene Vermögenswerte hält und verwaltet. Dieser Gesellschaftsaufbau kann steuerliche Vorteile eröffnen. Auf der anderen Seite bringt er im Vergleich zur privaten Anlage laufende Kosten und zusätzliche Verpflichtungen mit sich.
Gewinne und Vermögenswerte sollen innerhalb einer Spardosen GmbH gebündelt und auf lange Sicht verwaltet werden. Ein Vertrieb von Dienstleistungen und Produkten steht hier anders als bei operativen Unternehmen nicht im Mittelpunkt. Auch eine GmbH, die bloß Vermögen verwaltet, muss allen mit dieser Rechtsform verbundenen Regeln nachkommen. Damit bleibt eine Spardosen GmbH gesetzlich immer eine ganz normale Gesellschaft mit beschränkter Haftung – trotz des ungewöhnlichen Namens.
So wird Vermögen in der GmbH gehalten
Eine Spardosen GmbH kann Immobilien, Aktien, Fonds oder Beteiligungen besitzen. Die Vermögenswerte liegen dann nicht mehr beim Gesellschafter selbst, sondern bei der Gesellschaft. Einnahmen fließen ebenfalls zunächst an die GmbH. Bei einer vermieteten Wohnung wären das zum Beispiel die Mieteinnahmen. Zum Thema vermögensverwaltende GmbH finden sich bei spezialisierten Steuer- und Rechtsseiten wie Pandotax weitere Informationen. Dort werden unter anderem die Gründung, mögliche Vermögenswerte, laufende Kosten und steuerliche Besonderheiten erklärt.
Steuern spart die GmbH dadurch nicht automatisch. Dafür muss man genauer hinschauen, welche Anlagen sie hält und was später mit den Gewinnen passiert.
Der Name ändert nichts an den gesetzlichen Vorgaben
Für die Gründung einer Spardosen GmbH braucht es einen Gesellschaftsvertrag, einen Notar und die Eintragung ins Handelsregister. Das vorgeschriebene Stammkapital beträgt 25.000 Euro. Bei einer Bargründung muss vor der Eintragung allerdings nicht zwingend der komplette Betrag eingezahlt sein.
Mit der Gründung kommen einige laufende Pflichten hinzu:
- Buchführung: Einnahmen, Ausgaben, Käufe, Verkäufe und andere Geschäftsvorgänge müssen vollständig erfasst werden.
- Jahresabschluss: Zum Ende des Geschäftsjahres werden Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erstellt.
- Steuererklärungen: Je nach Tätigkeit gehören dazu unter anderem Körperschaftsteuer-, Gewerbesteuer- und gegebenenfalls Umsatzsteuererklärungen.
- Offenlegung: Viele GmbHs müssen bestimmte Angaben und Unterlagen zum Jahresabschluss elektronisch veröffentlichen oder hinterlegen.
- Verwaltung der Vermögenswerte: Käufe und Verkäufe von Aktien, Fonds, Immobilien oder Beteiligungen müssen sauber dokumentiert werden.
- Getrennte Finanzen: Privates Vermögen und Vermögen der GmbH dürfen nicht einfach vermischt werden.
- Gesellschafterbeschlüsse: Bestimmte Entscheidungen müssen formal beschlossen und dokumentiert werden.
- Fristen und Nachweise: Steuerliche und handelsrechtliche Fristen müssen eingehalten und Unterlagen entsprechend aufbewahrt werden.
Diese Aufgaben fallen auch dann an, wenn die Gesellschaft keine Mitarbeiter beschäftigt und weder Waren noch Dienstleistungen verkauft. Der Verwaltungsaufwand verschwindet also nicht allein deshalb, weil die GmbH nur eigenes Vermögen hält.
Wie verbreitet Kapitalgesellschaften in Deutschland sind, lässt sich an den Zahlen des Statistischen Bundesamts ablesen. Für 2024 wurden mehr als 860.000 Unternehmen dieser Rechtsformengruppe erfasst. Wie viele davon ausschließlich oder hauptsächlich eigenes Vermögen verwalten, weist die Statistik nicht gesondert aus.
Welche Vermögenswerte in der GmbH liegen, macht steuerlich einen großen Unterschied
Bei vermieteten Immobilien entstehen beispielsweise Mieteinnahmen. Für Gesellschaften, die eigenen Grundbesitz verwalten, kann unter bestimmten Voraussetzungen die erweiterte Gewerbesteuerkürzung gelten. Die Vorgaben dafür sind allerdings eng.
Aktien, Fonds und Unternehmensbeteiligungen folgen anderen Regeln. Bei Beteiligungen kann unter anderem deren Höhe Einfluss auf die steuerliche Behandlung haben. Für Fonds gelten wiederum eigene Vorschriften.
Eine pauschale Steuerquote für die Spardosen GmbH gibt es deshalb nicht. Eine Immobilien-GmbH kann steuerlich ganz anders aussehen als eine Gesellschaft mit einem großen Aktiendepot.
Gewinne sollen möglichst lange in der Gesellschaft bleiben
Ein wichtiger Punkt ist die Verwendung der Gewinne. Werden sie nicht direkt an die Gesellschafter ausgeschüttet, kann die GmbH das Geld erneut anlegen.
Mieteinnahmen können beispielsweise für den Kauf einer weiteren Immobilie zurückgelegt werden. Bei einem Wertpapierdepot lassen sich Erträge wieder investieren.
Das Modell ist deshalb eher auf mehrere Jahre ausgelegt. Wer regelmäßig größere Summen aus der GmbH privat benötigt, muss auch die Besteuerung bei der Auszahlung berücksichtigen. Dadurch kann ein Teil des vorherigen Vorteils wieder verloren gehen.
Eine Spardosen GmbH kostet laufend Geld
Mit der Gründung allein ist es nicht getan. Notar und Handelsregister verursachen zunächst einmal Kosten. Danach folgen Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen. In vielen Fällen kommt noch die Steuerberatung hinzu.
Bei einer Gesellschaft mit Wertpapieren können beispielsweise Gebühren für ein Firmendepot entstehen. Immobilien bringen wiederum ihren eigenen Verwaltungsaufwand mit.
Deshalb gibt es auch keine feste Summe, ab der sich eine Spardosen GmbH grundsätzlich lohnt. 300.000 Euro in vermieteten Immobilien sind nicht dasselbe wie 300.000 Euro in Aktien oder Unternehmensbeteiligungen.
Die Kosten müssen zur jeweiligen Vermögensstruktur passen. Sonst kann der zusätzliche Aufwand einen möglichen steuerlichen Vorteil schnell aufzehren.
Wann kann sich eine Spardosen GmbH lohnen?
Eine solche GmbH passt eher zu Vermögen, das über längere Zeit in der Gesellschaft bleiben soll. Das kann bei mehreren Immobilien, größeren Beteiligungen oder einem umfangreicheren Wertpapierbestand der Fall sein.
Bei kleineren Vermögen fällt der zusätzliche Aufwand stärker ins Gewicht. Ein privates Depot benötigt beispielsweise weder einen Jahresabschluss noch eine laufende GmbH-Buchhaltung.
Vor der Gründung sollten vor allem drei Fragen geklärt sein:
- Welche Vermögenswerte sollen in die Gesellschaft?
- Wie lange sollen sie dort bleiben?
- Wie viel Geld soll regelmäßig privat ausgezahlt werden?
Erst mit diesen Angaben lässt sich sinnvoll berechnen, ob die GmbH gegenüber der privaten Anlage Vorteile bringt.